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Presseschau zum Tod von Lothar Kusche

Der Kurt-Tucholsky-Preisträger von 2007, Lothar Kusche, ist am 20. August 2016 im Alter von 87 Jahren gestorben.

Mit ihm verliert die Welt einen exzellenten, scharfsinnigen Satiriker, einen unbestechlichen Beobachter seiner Zeit.

Für die Kurt Tucholsky-Gesellschaft erinnert Ehrenmitglied und Sprecher der Jury des Kurt Tucholsky-Preises Dr. Wolfgang Helfritsch unter dem Titel »Kusche für immer« an ihn.

Nachrufe gab es in verschiedenen Medien, aufgrund seines Wirkungskreises allerdings vorrangig in solchen, die einen Bezug zu den ostdeutschen Bundesländern aufweisen:

In der jungen Welt erschien ein Nachruf von Frank-Burkhard Habel unter dem Titel »Der schwitzende Möbelträger«

Im Blättchen schrieb Fabian Ärmel (Felix Mantel war ein Pseudonym Kusches) einen Nachruf unter dem Titel »Bin ich denn Kusche?«.

Auch die Berliner Morgenpost vermeldete den Tod des Berliner Kabarettisten.

Mit »Die wiedervereinigten Kartoffelpuffer« ist die Würdigung in der Sächsischen Zeitung überschrieben.

Eine kurze Meldung erschien auf berlin.de, dem »offiziellen Hauptstadtportal«.

Ebenfalls wesentlich auf der dpa-Meldung beruht der Beitrag bei Spiegel online.

Nicht viel ausführlicher, aber immerhin auf seine Nachwendetätigkeit verweisend, ist die Meldung beim MDR.

Anke Westphal zeichnet für den Nachruf »Der Mann, der wusste, wo Zwergenland liegt« bei der Berliner Zeitung verantwortlich.

Leider hinter einer Bezahlschranke liegt der vielversprechend beginnende Nachruf »Der Zeitungs-Dichter« von Matthias Biskupek im Neuen Deutschland.

In der Community des Freitag nimmt Jan Chudak mit einem persönlich gehaltenen Nachruf unter dem Titel »Lothar Kusche – ein Großer ging« Abschied.

 

 

Villon zertrümmert

Lyrikzeitung & Poetry News

Kurt Tucholsky über ›Die Balladen und lasterhaften Lieder des Herrn François Villon in deutscher Nachdichtung von Paul Zech‹

Nun, eine Nachdichtung ist das nicht. Es sind Gedichte in moderner Tonart, verfertigt nach sicherlich sorgfältiger Lektüre Villons. Zech hat keinen Stein auf dem andern gelassen, sondern er hat ein neues Hüttchen gebaut. Ist es schön?

Mittelschön. Die Ungeheuern Schwierigkeiten, mit denen er zu kämpfen hatte, in allen Ehren: aber hier gibt es nur zwei Wege. Entweder man macht das wie Ammer und übersetzt so wörtlich wie nur möglich – oder aber man ist dem Villon kongenial und dichtet neu. Zech hat neu gedichtet … Herausgekommen ist statt eines genialen Landstreichers aus dem katholischen Mittelalter ein versoffener Burschenschafter protestantischer Provenienz. Beispiel:

›Ballade et oraison pour l’ame du bon feu Cotart‹ – darin fleht Villon den Noah, den Loth und was sonst noch gut und teuer ist, an, den in Gott seligen Herrn Cotart…

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Birken und was sie so machen

Es ist eine bis heute ungeklärte Frage, der sich Tucholsky als Peter Panter 1929 in seinem Text »Mir fehlt ein Wort« widmete:

Ich werde ins Grab sinken, ohne zu wissen, was die Birkenblätter tun. Ich weiß es, aber ich kann es nicht sagen. Der Wind weht durch die jungen Birken; ihre Blätter zittern so schnell, hin und her, dass sie … was? Flirren? Nein, auf ihnen flirrt das Licht; man kann vielleicht allenfalls sagen: die Blätter flimmern … aber es ist nicht das. Es ist eine nervöse Bewegung, aber was ist es? Wie sagt man das? Was man nicht sagen kann, bleibt unerlöst – ›besprechen‹ hat eine tiefe Bedeutung. Steht bei Goethe ›Blattgeriesel‹? Ich mag nicht aufstehen, es ist so weit bis zu diesen Bänden, vier Meter und hundert Jahre. Was tun die Birkenblätter –?

Bereits seinerzeit gab es umfangreiche Antworten, allerdings waren diese nicht so recht befriedigend, wie im Folgebeitrag »Was tun die Birken?« nachzulesen ist, der mit den Worten schließt:

Mein Gott, was tun die Birkenblätter –? Brunhild, komm her und stell dich unter einen Birkenbaum. Ich seh dich an – schauer mal. Fühlst du den Unterschied? Was tun sie? Ich werde dahingehen und es nicht gesagt haben.

Erneut widmete sich Anfang des Jahres nun der Blog mannigfaltiges dieser Frage im Beitrag Nicht schon wieder!, auf den hiermit freundlich verwiesen sei.

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Harald Vogel: Was darf die Satire? – Eine Rezension.

Ein Gastbeitrag von Frank D. Albert von der Ohe.

Für Leser, die ein Faible für die beiden deutschen Ausnahmeschriftsteller Kurt Tucholsky und Erich Kästner haben, ist das Buch des Literaturprofessors Harald Vogel ein gefundenes Fressen.

Obwohl beide Schriftsteller in einer Dekade geboren sind und sie bereits während der Weimarar Republik erfolgreich waren, könnten ihre Lebenswege doch nicht unterschiedlicher verlaufen. Tucholsky, der Ältere von beiden (Jahrgang 1890), hatte bereits seinen Wohnsitz in Deutschland aufgegeben und war – ganz Kosmopolit – seit 1924 im Ausland ansässig. Kästner, Jahrgang 1899, war bodenstämmiger und wollte sich nicht aus Deutschland nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verabschieden.

War das Exil bei Tucholsky anfänglich noch freiwillig gewählt, so war es ab 1933 bis zu seinem Tod im Dezember 1935 eine Überlebensgarantie. In Schweden hatten Hitlers Schergen keinen Zugriff auf ihn, nur er selbst. Kästner schaffte es, während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland zu verbleiben und – trotz Bücherverbrennung seiner Werke – als „Chronist“ durchaus mit geduldeten Veröffentlichungen unter verschiedenen Pseudonymen auch wirtschaftlich zu überleben.

Beide verband in der Weimarer Republik die „Weltbühne“, jenes radikaldemokratische Zentralorgan der bürgerlichen Linken, für die sowohl Kästner als auch Tucholsky publizierten. Sie hatten aufgrund ihrer verschiedenen Lebenswelten nur wenig tatsächliche Berührungspunkte. Texte übereinander existieren eigentlich nicht. Bis auf einen. Kästner schreibt nach dem Kriege über eine seltene Begegnung am Lago Maggiore („Begegnung mit Tucho“) eine liebevolle Hommage an Tucholsky. Lange hat der Rezensent von Kästners Geschichte gezehrt, nunmehr schließt Harald Vogel mit seiner vergleichenden Betrachtung von Kästner und Tucholsky diese Lücke.

Dem Autor gelingt es hervorragend, Kästner und Tucholsky gegenüberzustellen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden herauszuarbeiten. Über diesen vergleichenden Einstieg zeigt Vogel dann anhand zahlreicher Textgegenüberstellungen auf, welche unterschiedlichen Ansätze sie in ihren Werken gewählt haben. So stellt sich im Kapitel „Was darf Satire“ anhand der Gedichte „Olle Germanen“ (Tucholsky) und „Das Führerproblem, genetisch betrachtet“ (Kästner) dar, dass Tucholsky seinem Ruf als früher Warner vor den Folgen des Nationalsozialismus gerecht wird, indem er in dem Gedicht Florettstiche („Mama ist pinselblond“), Säbelhiebe („Wer waren unsere Ahnen? Kubanische Germanen…“) und Faustschläge („… die zeugten zur Erfrischung uns Promenadenmischung.“) gegen die Nazis austeilt.

Kästner, in Deutschland in der öffentlichen Meinung leider oft auf seine Kinderbücher reduziert (wer den wunderbaren Roman „Fabian – Die Geschichte eines Moralisten“ gelesen hat, weiß, dass dies unzutreffend ist), wird diesem Klischee gerecht und wählt einen gänzlich anderen Ansatz, indem er seinen Text als modifizierte biblische Schöpfungsgeschichte inszeniert. Er muss sich daher vom Autor Harald Vogel zu Recht den Vorwurf eines verulkten Kinderspiels gefallen lassen, gleichwohl er den Führerkult eindeutig auf die Schippe nimmt. An die Klarheit Tucholskys kommt Kästner jedoch in dem Gedicht nicht heran. Vielleicht war es auch dieses gerne von Kästner gewählte („harmlose“) Stilmittel, welches ihn nicht dem absoluten Zorn der Nazis aussetzte und im 3. Reich überleben ließ.

Über halb erotische und politische Kabarett-Texte von Kästner und Tucholsky landet das Buch schließlich final bei dem berühmten Tucholsky-Zitat „Soldaten sind Mörder“. Das Zitat, welches nicht nur das Reichsgericht beschäftigt hat, sondern auch noch einmal in seinen Grundzügen vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde, ist zum allgemeinbildungspolitischen Erkennungszeichen Tucholskys geworden. Vogel verlässt hier die Vergleichsebene zwischen den beiden Autoren und beschäftigt sich ausgiebig mit dem dem Zitat zugrundeliegenden Text „Der bewachte Kriegsschauplatz“, charakterisiert diesen als mörderisches Katz-und Maus-Spiel und stellt fest, dass zwar Tucholsky veröffentlicht hat, aber Ossietzky – als Herausgeber der Weltbühne – die Suppe juristisch auszulöffeln hatte (was Tucholsky stark belastete).

Das Buch ist aus Sicht des Rezensenten durchweg gelungen und richtet sich an den (stark) an Tucholsky und Kästner interessierten Leser genauso wie an Schüler und Literaturstudenten für die Vertiefung der Autoren in Unterricht und Vorlesung. Eine Anschaffung kann nur wärmstens empfohlen werden.

Harald Vogel, Was darf die Satire? Kurt Tucholsky und Erich Kästner – Ein kritischer Vergleich. Verlag Ille & Riemer Leipzig/Weißenfels, 2015. 156 Seiten. ISBN 978-3-95420-015-3. Print: 19,80 €, ebook (ePUB/Kindle): 9,99 € >> zur Verlagsseite mit Leseprobe, Informationen und Bestellmöglichkeiten.

Juden und Radfahrer – Ein angebliches Tucholsky-Zitat

Kurt Tucholsky gilt als einer der meistzitierten deutschen Autoren und viele seiner pointierten Aussagen werden auch heute noch gerne verwendet. Allerdings steckt nicht in allen Zitaten, auf denen »Kurt Tucholsky« steht, auch Kurt Tucholsky drin: Juden und Radfahrer – Ein angebliches Tucholsky-Zitat

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Berliner Fasching

Der diesjährige Rosenmontag scheint ja mit deutlich weniger Umzügen auskommen zu müssen als im Durchschnitt der letzten Jahre.

Die gewonnene Freizeit kann sinnvoll genutzt werden, sei es durch einen passenden Film, oder, wer es etwas kürzer mag, durch die Lektüre eines Gedichts.

Tucholskys »Berliner Fasching«, veröffentlicht am 14. Februar 1914 in der Schaubühne unter dem Pseudonym Theobald Tiger, ist ein frühes Gedicht. Wie bei seinen Vorkriegstexten nicht untypisch, wirkt das Gedicht äußerst heiter, es ist – wenn auch unverkennbar typisch in seiner ironischen Grundhaltung – geradezu unbeschwert. Diese Leichtigkeit wird er nach 1918 nicht mehr wiedergewinnen, selbst in seinen berlinernden Revuetexten nicht, die dem noch am nächsten kommen.

Das Gedicht gehört mit Sicherheit nicht zu Tuchos stärksten Werken, aber hey, Berlin ist ja nun auch nicht gerade eine Karnevalshochburg:

Berliner Fasching

Nun spuckt sich der Berliner in die Hände
und macht sich an das Werk der Fröhlichkeit.
Er schuftet sich von Anfang bis zu Ende
durch diese Faschingszeit.

Da hört man plötzlich von den höchsten Stufen
der eleganten Weltgesellschaft längs
der Spree und den Kanälen lockend rufen:
»Rin in die Eskarpins!«

Und diese Laune, diese Grazie, weißte,
die hat natürlich alle angesteckt;
die Hand, die tagshindurch Satin verschleißte,
winkt ganz leschehr nach Sekt.

Die Dame faschingt so auf ihre Weise:
gibt man ihr einmal schon im Jahr Lizenz,
dann knutscht sie sich in streng geschlossnem Kreise,
fern jeder Konkurrenz.

Und auch der Mittelstand fühlts im Gemüte:
er macht den Bockbierfaßhahn nicht mehr zu,
umspannt das Haupt mit einer bunten Tüte
und rufet froh: »Juhu!«

Ja, selbst der Weise schätzt nicht nur die hehre
Philosophie: auch er bedarf des Weins!
Leicht angefüllt geht er bei seine Claire,
Berlin radaut, er lächelt …

Jeder seins.

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Neuerscheinung: Rezensenten gesucht

plakatkaestner-6b4d394fIm Literaturhaus München wird zur Zeit (bis zum 14.02.2016) eine Ausstellung über Leben und Werk Erich Kästners unter dem Titel »Gestatten, Kästner!« gezeigt, die u.a. vom Deutschen Literaturarchiv Marbach kuratiert wurde, wo der nunmehr vollständige Nachlass des Autors aufbewahrt und bearbeitet wird.

Bemerkenswert ist, dass in dieser Ausstellung die brisanten Themen um die Bewertung von Erich Kästners sogenannter „innerer Emigration“ (1933-1945) nur mit Nebenbemerkungen gestreift werden (Kat. S.37), die nur ein eingeweihter Leser einordnen kann.

So wird die teilweise Verbindung Kästners zum Propagandaministerium der Nazis ebenso verklausuliert wie seine zeitweise Duldung, unter Pseudonym unbehelligt und einträglich zu publizieren.

Auch die berechtigte Diskussion um die uneheliche Vaterschaft im Fall von Erich Kästner, die in der damaligen Berliner und Münchener Ausstellung zum 100. Geburtstag des Autors dokumentiert wurde, findet im Literaturhaus nur eine Randbemerkung: »Aus den Spannungen im Elternhaus heraus mag auch später das Gerücht aufgekommen sein, dass Emil Kästner nicht Erichs leiblicher Vater gewesen sei.« (Katalog S.12) Kein Wort über den vermutlichen Vater, dem Hausarzt der Familie, dem jüdischen Sanitätsrat Dr. Emil Zimmermann. Ein Faktum, das für Kästners Biographie und sein Verhalten mehr als nur eine Randnotiz sein dürfte – ein jüdischer Vater barg doch ein erhebliches Gefahrenpotential für Leib und Leben im Deutschland der Jahre 33-45.

vogelcoverkplt150hIn seinem frisch erschienen Buch »Was darf die Satire? Kurt Tucholsky und Erich Kästner – ein kritischer Vergleich«  versucht Literaturprofessor Harald Vogel die ausgesparte Diskussion in seinen kritischen Vergleich einzubeziehen und die ausgeblendete Diskussion neu zu beleben und zu belegen. Als Diskursfolie eignet sich dabei der korrespondierende Vergleich der beiden Weltbühne-Autoren Kurt Tucholsky und Erich Kästner.

Ich bin in  der glücklichen Lage, fünf Exemplare dieses Buchs an interessierte Rezensenten abgeben zu können. Bei Interesse bitte kommentieren oder eine email an tucholsky125@gmail.com schreiben.
Weitere Informationen zum Buch finden sich auf der Verlagswebsite.

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Presseschau zum 80. Todestag

Kurt Tucholskys Lebensdaten bieten für kalenderorientierten Journalismus leider nur einen Rhythmus an, denn zwischen Geburts- und Todesjahr liegen 45 Jahre – ein zu würdigendes Jubiläum des Beginns seines Lebens geht daher immer mit einem ebensolchen für sein Ende einher. Da es ja mit jedem Jahr immer mehr zu würdigende Personen gibt, wird der knappe Platz dementsprechend wohl auch nur zu einem der beiden Jubiläen für Tucho reserviert. In diesem Jahr scheint das ganz eindeutig – sowohl angesichts der Pariser Ereignisse unmittelbar vorher als auch der hübscheren Zahl wegen nachvollziehbar – das Geburtsjahr zu sein.

[Exkurs: Für all jene, die sich sonst um Tuchos Erbe bemühen, haben seine Lebensdaten noch einen anderen Effekt: Es mag zwar so sein, dass nur aller 5 Jahre ein öffentlichkeitswirksames Jubiläumsjahr auftaucht, aber mit dem 9. Januar als Geburtstag und dem 21.12. als Todestag steht dafür ein Rahmen bereit, der das ganze Jahr umfasst. Und außerdem kommt dieses dafür sehr regelmäßig und nicht mal mit längeren oder kürzeren Abständen, das vereinfacht die Planungen erheblich.😉 ]

Aber auch zum 80. Todestag gab es einige journalistische Beiträge. Soweit sie mir bekannt sind, werden sie hier dargeboten. Wie immer gilt freilich: Ergänzungen werden sehr gerne unter tucholsky125@gmail.com entgegengenommen.

Die junge Welt nimmt in ihrer Rubrik »Jubel der Woche« vom 23.12.2015 auch Bezug auf Tucholskys Todestag und gibt dabei einen Blick auf die verschiedenen Thesen zur Todesursache.

Ebenfalls in der jungen Welt, allerdings bereits am 19.12.2015, veröffentlichte Frank-Burkhard Habel einen bemerkenswerten Artikel aus Anlass des 80. Todestages, in dem er einen Blick auf die »Unsterblichkeit der ›Weltbühne‹­« wirft.

Unsterblichkeit attestiert denn Das Blättchen am 21.12.2015 im Beitrag von Wolfgang Brauer Unsterblichkeit vielleicht nicht Tucholsky selbst, sicher aber seinem Vermächtnis und schließt passend zum Thema »Unsterblichkeit der Weltbühne« mit den Worten:

Wir versprechen Ihnen: Die Ware, das Blättchen, wird weiter geliefert werden.

Im Freitag vom 22.12.2015 (Nr. 51/2015) schrieb Jürgen Busche unter dem Titel »Die Sprache ist eine Waffe« eine Erinnerung an Tucholsky, die wesentlich auf dessen Text »Mir fehlt ein Wort« Bezug nimmt (also, im Wesentlichen daraus besteht).

Einen umfangreichen Beitrag für die »Informationen am Morgen« am 21.12.2015 im Deutschlandfunk lieferte Björn Dake mit »Am Grab von Kurt Tucholsky« (abrufbar bis 28.6.16). Der Beitrag ist zudem beim NDR nachzulesen.

In der Allgemeinen Zeitung – Rhein Main Presse schrieb Lea Deusch am 21.12.2015 unter dem Titel »›Vertreter einer nicht vorhandenen Gattung‹« (ein Friedrich Sieburg-Zitat über Tucho) eine Würdigung von Werk und Leben Tucholskys.

Ulrich Schäfer blickte am 18.12.2015 in der Süddeutschen Zeitung auf eine eher ereignisarme Woche voraus. Außer dem 80. Todestag Tucholskys sei da nichts los, weshalb er einen mit Tucho-Zitaten gespickten prophetischen Blick aufs Jahr 2016 wagt.

Recht umfangreich würdigte der ORF 1 am 21.12.2015 Kurt Tucholsky – zum einem mit einem Feature von Barbara Zeithammer unter dem Titel »Das Leben ist gar nicht so. Es ist ganz anders«, das bereits am 05. Januar anlässlich des 125. Geburtstags ausgestrahlt wurde und im Anschluss daran mit einem Beitrag von Alfred Koch, der unter dem Titel »Klavierspiel nach dem Essen« eine musikalische Annäherung versuchte. Die Sendung kann noch bis zum 19. Januar per Download nachgehört werden. Allerdings offenbar nicht kostenfrei

Auf dem Blog trueten.de schrieb Torsten Trueten am 21.12.2015 einen eher persönlichen Beitrag zum 80. Todestag, in dem er neben einem kurzen Abriss von Tuchos Leben seinen eigenen Bezug zu Kurt Tucholsky nachvollzieht.

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Aktuelle Veranstaltungen zu Tucholsky

Dieser Beitrag wird nicht mehr aktualisiert. Die Kurt Tucholsky-Gesellschaft bietet einen übersichtlichen Veranstaltungskalender, auf den stattdessen verwiesen werden soll.

In diesem laufend aktualisierten Beitrag sei auf die mir zur Kenntnis gelangten Veranstaltungen verwiesen, die sich mit Kurt Tucholsky beschäftigen. Ergänzungen gerne an tucholsky125@gmail.com.
April
01. April 2016, 19:30 Uh, Darmstadt. West Side Theatre
»Mensch, Kurt!« wird eine Revue, die musikalisch, schauspielerisch, parodistisch und kabarettistisch hinter die Kulissen der heute gerne beschworenen Goldenen Zwanziger Jahre schaut, bis in die Dreißiger hinein, um dabei Kontinuitäten und Parallelen aufzudecken, etwa wenn Heute im vereinten Europa wieder der Ruf nach nationaler Identität laut wird, mit einem wiedererstarkenden Rechtspopulismus. „Mensch, Kurt!“ fängt auch die Stimmen von Zeitgenossen ein, und bringt uns auch den Menschen „Tucho“ nahe, und damit den Blick eines sensiblen Wesens auf sich selbst, auf die Menschen, denen er misstraute, die er liebte, an denen er scheiterte. Karten sind im Bereich von 6-25 € erhältlich. Vorverkauf und weitere Informationen beim West Side Theatre.

11. April 2016, 18 Uhr, München. Gasteig
Ulrieke Ruwisch spricht in ihrem Vortrag unter dem Titel »Kurt Tucholsky: »Sprache ist eine Waffe«. Ein Porträt« über die ungebrochene Aktualität Tucholskys. Eintritt: 7 €.

16. April 2016, 19:30 Uhr, Darmstadt. West Side Theatre
»Mensch, Kurt!« wird eine Revue, die musikalisch, schauspielerisch, parodistisch und kabarettistisch hinter die Kulissen der heute gerne beschworenen Goldenen Zwanziger Jahre schaut, bis in die Dreißiger hinein, um dabei Kontinuitäten und Parallelen aufzudecken, etwa wenn Heute im vereinten Europa wieder der Ruf nach nationaler Identität laut wird, mit einem wiedererstarkenden Rechtspopulismus. „Mensch, Kurt!“ fängt auch die Stimmen von Zeitgenossen ein, und bringt uns auch den Menschen „Tucho“ nahe, und damit den Blick eines sensiblen Wesens auf sich selbst, auf die Menschen, denen er misstraute, die er liebte, an denen er scheiterte. Karten sind im Bereich von 6-25 € erhältlich. Vorverkauf und weitere Informationen beim West Side Theatre.

22. April 2016, 19:30 Uhr, Darmstadt. West Side Theatre
»Mensch, Kurt!« wird eine Revue, die musikalisch, schauspielerisch, parodistisch und kabarettistisch hinter die Kulissen der heute gerne beschworenen Goldenen Zwanziger Jahre schaut, bis in die Dreißiger hinein, um dabei Kontinuitäten und Parallelen aufzudecken, etwa wenn Heute im vereinten Europa wieder der Ruf nach nationaler Identität laut wird, mit einem wiedererstarkenden Rechtspopulismus. „Mensch, Kurt!“ fängt auch die Stimmen von Zeitgenossen ein, und bringt uns auch den Menschen „Tucho“ nahe, und damit den Blick eines sensiblen Wesens auf sich selbst, auf die Menschen, denen er misstraute, die er liebte, an denen er scheiterte. Karten sind im Bereich von 6-25 € erhältlich. Vorverkauf und weitere Informationen beim West Side Theatre.

27. April 2016, 19:30 Uhr, Herne. Alte Druckerei
Dr. Ian King, erster Vorsitzender der Kurt Tucholsky-Gesellschaft, hält einen Vortrag zum Thema Kurt Tucholsky als Humorist. Der Eintritt beträgt 15 €, ermäßigt 8 €.

30. April 2016, 18 Uhr, Schloss Friedrichsfelde
Peter Siche und Klaus Schäfer wollen an diesem Abend auch zum Schmunzeln anregen und gehen locker, aber mit Tiefsinn und Tiefgang auf Spurensuche. In Liedern, Rezitationen und »Schnipseln«, wie Tucholsky seine Aphorismen zu nennen pflegte, vermitteln die beiden Künstler mit überzeugendem Darbietungsvermögen das damalige Lebensgefühl, den ironischen Witz Tucholskys, aber eben auch dessen Sorge um das drohende Aufkommen des Nationalsozialismus‘. Aber nicht nur der Satiriker und Kritiker Kurt Tucholsky kommt an diesem Abend zu Wort, sondern auch der Bonvivant und Schreiber von herrlichen Chansons für Varieté und Cabaret. Eintritt: 22,00 Euro – inkl. Begrüßungssekt.

Mai
06. Mai 2016, 19:30 Uhr, Dortmund. Roto Theater
Das Roto Theater Dortmund lädt am 06. Mai zum »Großen Tucholsky Abend« mit mit Barbara Kleyboldt und Rüdiger Trappmann ein. Karten und Infos beim Theater.

07. Mai 2016, 20 Uhr, Buxtehude. Kulturforum am Hafen.
Mit ihrem Programm »Weiberheld. Mit Tucholsky im Bett« machen Heike Feist und Stefan Plepp in Rostock-Warnemünde Station. Im Vordergrund steht Tucholsky und sein ambivalentes Verhältnis zu den Frauen seines Lebens. Weitere Informationen auf der Veranstaltungsseite.

11. Mai 2016, 19:30 Uhr, Hilden. Stadtbücherei.
Wortwitzige aphoristische Kurztexte und Gedichte von Kurt Tucholsky, verknüpft mit einer prägnanten Darstellung seiner Lebensstationen, präsentieren Jürgen Wilbert und Friedemann Spicker. Die Referenten sind Mitglieder im deutschen Aphorismus-Archiv Hattingen. Das musikalische Programm präsentiert der Hildener Gitarrist Luke Pan. Der Eintritt beträgt acht Euro (nur Abendkasse).

27. Mai 2016, 19:30 Uhr, Darmstadt. West Side Theatre
»Mensch, Kurt!« wird eine Revue, die musikalisch, schauspielerisch, parodistisch und kabarettistisch hinter die Kulissen der heute gerne beschworenen Goldenen Zwanziger Jahre schaut, bis in die Dreißiger hinein, um dabei Kontinuitäten und Parallelen aufzudecken, etwa wenn Heute im vereinten Europa wieder der Ruf nach nationaler Identität laut wird, mit einem wiedererstarkenden Rechtspopulismus. „Mensch, Kurt!“ fängt auch die Stimmen von Zeitgenossen ein, und bringt uns auch den Menschen „Tucho“ nahe, und damit den Blick eines sensiblen Wesens auf sich selbst, auf die Menschen, denen er misstraute, die er liebte, an denen er scheiterte. Karten sind im Bereich von 6-25 € erhältlich. Vorverkauf und weitere Informationen beim West Side Theatre.

Juni
17. Juni 2016, 19:30 Uhr, Darmstadt. West Side Theatre
»Mensch, Kurt!« wird eine Revue, die musikalisch, schauspielerisch, parodistisch und kabarettistisch hinter die Kulissen der heute gerne beschworenen Goldenen Zwanziger Jahre schaut, bis in die Dreißiger hinein, um dabei Kontinuitäten und Parallelen aufzudecken, etwa wenn Heute im vereinten Europa wieder der Ruf nach nationaler Identität laut wird, mit einem wiedererstarkenden Rechtspopulismus. „Mensch, Kurt!“ fängt auch die Stimmen von Zeitgenossen ein, und bringt uns auch den Menschen „Tucho“ nahe, und damit den Blick eines sensiblen Wesens auf sich selbst, auf die Menschen, denen er misstraute, die er liebte, an denen er scheiterte. Karten sind im Bereich von 6-25 € erhältlich. Vorverkauf und weitere Informationen beim West Side Theatre.

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Kurt Tucholsky: Großstadt-Weihnachten | Sätze & Schätze

»Großstadt-Weihnachten«, ein früher Tucholsky-Text, ist ein wundervolles Beispiel für zwei Aspekte:

a) Die Unbekümmertheit des jungen »Vorkriegs-Tucholsky«. So unbeschwert (siehe hierzu auch »Rheinsberg« als wahrscheinlich bekannteste Arbeit aus dieser Zeit) wird er nach dem Weltkrieg nie wieder schreiben. Da ist eine Leichtigkeit in diesem Text, eine geradezu jugendliche Verspieltheit, das kommt später nicht mehr [ja klar, wir werden alle älter, aber hier ist doch ein klarer Bruch, der wohl nur wenig mit der bloßen Anzahl an Jahren zu tun ha].

b) Tucholskys ungebrochene Aktualität. Da mag der eine oder andere Begriff etwas aus der Mode gekommen sein, aber ansonsten passt der Text noch immer perfekt. Die Frage hierbei ist nun: Ist Tucholsky ein unfassbar genialer Beobachter oder entwickeln wir uns nur einfach nicht weiter?

Darüber kann die geneigte Leserschaft ja nun über die Feiertage etwas grübeln, zuvor jedoch sei noch zur Lektüre des Textes drüben bei Sätze & Schätze geraten, wo er heute kalendarisch passend präsentiert wurde und damit den Anstoß zu meinen kruden Gedanken gab: Kurt Tucholsky: Großstadt-Weihnachten | Sätze & Schätze