Presseschau zum 125. Geburtstag

Der 125. Geburtstag Kurt Tucholskys am 09. Januar 2015 wurde in Presse, Funk und Netz überraschend ausgiebig begleitet. Von der ursprünglichen Idee, einen vollständigen Überblick zu geben, muss hier aus Kapazitätsgründen abgesehen werden. Nichtsdestotrotz werden Hinweise sehr gerne unter tucholsky125@gmail.com entgegengenommen.

Vorbemerkung: Da jeder Beitrag, dessen Redaktionsschluss nach dem 07. Januar lag, auf die Pariser Anschläge Bezug nimmt, verzichte ich darauf, bei jedem Beitrag darauf hinzuweisen. Der aktuelle Bezug war nicht nur naheliegend, ich halte ihn für unabdingbar. Wenn in Paris Satiriker ermordet werden, kann man wohl kaum Tucholsky würdigen und dies ignorieren.

Presse
Erstaunlich viele Beiträge sind hinter einer Paywall versteckt. Das ist schade, aber nunja, so ist es, damit fallen sie hier leider raus.

»Das Blättchen« eine 32seitige Sonderausgabe zu Tucholskys Geburtstag gestaltet. Dabei sind Beiträge u.a. von Fritz J. Raddatz, Georg Schramm sowie der Kurt Tucholsky-Preisträger Konstantin Wecker, Heribert Prantl und Daniela Dahn sowie zahlreiche weitere unbedingt lesenswerte Beiträge. Die Beiträge von Schramm, Wecker, Prantl und Dahn liegen sogar als Hörversion vor. Chapeau und vielen Dank!
>> zur Sonderausgabe.

Die »Berliner Morgenpost« ließ sich ebenfalls nicht lumpen und legte am 04. Januar eine achtseitige Sonderbeilage unter dem Titel »Berlins größter Sohn« bei. Leider habe ich zu dieser informativen und gelungenen Beilage keine Online-Ausgabe gefunden (was jetzt nicht ungewöhnlich, aber dennoch schade ist). Lediglich das doch immerhin amüsante und lehrreiche Quiz scheint online frei  zugänglich.

In »Die Welt« veröffentlichte Alan Posener eine kurze Würdigung unter dem Titel »Stirb oder Kämpfe. Drittes gibt es nicht.«

Für die Katholische Nachrichtenagentur verfasste Peter Kohl einen biographischen Artikel über Tucholsky, der mehrfach übernommen wurde, u.a. von der taz und Der Neue Tag – Oberpfälzischer Kurier. Die taz publizierte aus aktuellem Anlass Tucholskys programmatischen Text »Was darf Satire?« aus dem Jahr 1919 noch einmal. Ebenso wie auch die Rheinische Post.

Johanna Di Blasi veröffentlichte in der Märkischen Allgemeinen eine längere Würdigung Tucholskys, in der auch der Vorsitzende der Kurt Tucholsky-Gesellschaft zu Wort kommt.

Christoph Driessen verfasste für die DPA einen Beitrag, der unter verschiedenen Überschriften übernommen wurde. Unter anderem von stern, Welt, Sächsischer Zeitung, und zahlreichen weiteren Regionalzeitungen. Zu Wort kommt dort unter anderem auch Peter Böthig, der Leiter des Kurt Tucholsky-Museums in Rheinsberg. Zumeist wählte man ein Zitat von Friedhelm Greis (dem Betreiber des Tucholsky-Weblogs sudelblog.de) »Heute wäre er Blogger« als Überschrift. Dass dieselbe Einschätzung bereits früher von Alexander Kluge in Bezug auf Heinrich Heine getroffen wurde, dürfte Kenner wenig überraschen. 😉

Michael Dissmeier stellt in seinem ausführlichen Artikel in der Thüringer Landeszeitung klare Bezüge zur heutigen Zeit her, unter anderem mit den bemerkenswerten Sätzen: »Nur beinahe ist er Kommunist; vor diesen Karren lässt er sich nie wirklich spannen. Trotzdem steht er ganze Lichtjahre weiter links als heutige linke Ministerpräsidenten. Wer Tucholsky liebt, muss Bodo Ramelow harmlos finden.« und ruft laut und deutlich nach Journalisten, die seinen Mut und seine Konsequenz aufbringen.

Auch Alexander Dick stellt in der Badischen Zeitung Bezüge zur Gegenwart her und versucht, Tucholskys Satireverständnis differenziert zu betrachten.

In der jungen Welt taucht Tucholsky zunächst kurz in der Rubrik »Jubel der Woche« auf und am Geburtstag selbst in einem längeren Beitrag von Kurt Pätzold.

Und last, aber überhaupt nicht least schließlich sei auf Kurt Bellins Artikel im Neuen Deutschland verwiesen. Kurt Bellin ist ein Kennervon Tucholskys Biographie, von ihm stammt eine wunderbare biographische Studie über Tucholsky und Mary Gerold.

Funk und Fernsehen

Bei 3sat finden sich neben einem biographischen Porträt Tucholskys von Anne Worst auch Lesungen von Helmut Winkelmann.

Bei WDR5 gibt es ein Gespräch der Sendung Scala mit Gisela Vetter-Liebenow, Leiterin des Deutschen Museums für Karikatur und Zeichenkunst Wilhelm Busch über Tucholsky, Charlie Hebdo und Satire.

SR2 Kulturradio widmet die Ausgabe der Sendung ZeitZeichen vom 09. Januar 2015 Tucholsky. [Falls der Link nicht funktionieren sollte, die Sendung gab es auch beim NDR.]

Beim Deutschlandfunk hat sich Christoph Heinemann mit Rolf Hosfeld, der unlängst eine Tucholsky-Biographie vorlegte, unterhalten.

Gesprächspartner für den Jubiläumsbeitrag des Deutschlandradio Kultur wiederum war Peter Böthig, der Leiter des Tucholsky-Museums Rheinsberg.

In der NDR Lesezeit widmete sich Alexander Solloch unter dem Titel »Gefühle nach dem Kalender« (der titelgebende Text gehört zu meinen Lieblingen) intensiv Kurt Tucholsky.

Ebenfalls beim NDR und ebenfalls von Alexander Solloch gab es in der zweistündigen Sendung »Sonntagsstudio« unter dem Titel »Und immer zwischen den Stühlen« u.a. ein Gespräch mit Philipp Blom, der jüngst mit einem Buch zur Zeit von 1918-1938 Aufmerksamkeit erregte.

Bei Radio Bremen war am 11. Januar ein dreiminütiger Beitrag von Harro Zimmermann zu Tucholsky zu hören.

Beim SWR erschien unter dem Titel »Goldenes Herz und Eiserne Schnauze« eine fünteilige Sendereihe von Dr. Karl-Dietrich Gräwe zu Tucholsky. Hier geht es zu Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5.

Und auch in der ZDF-Sendung »aspekte« vom 09. Januar 2015 spielte Tucholsky eine wichtige Rolle.

Auch das schwedische Radio widmete sich dem 125. Geburtstag in einer Sendung.

Das Schweizer Fernsehen zeigte anlässlich des Jubiläums einen Dokumentationspielfilm von Christoph Weinert mit Bruno Cathomas. Dieser ist leider nicht online anzusehen, aber die Ankündigung gibt vielleicht einen Eindruck.

[Nachtrag, 27.01.2015] Bei ORF Kultur gibt es ein Feature von Barbara Zeithammer.

[Nachtrag, 10.02.2015] Beim Deutschlandradio wurde im Rahmen der Sendereihe »Querköpfe« ein Tucholsky-Portrait ausgestrahlt.

Sonstiges

Friedhelm Greis äußerte sich am 07. Januar bereits im Zusammenhang mit dem Anschlag auf Charlie Hebdo zu Tucholsky und seinem Satireverständnis.

Die Erich Kästner Gesellschaft erinnert kurz an die Verbindung zwischen Kästner und Tucholsky, inbesondere die Verdienste des Erstgenannten für die Nachkriegsrezeption.

Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg hat anlässlich des Geburtstages eine umfangreiche Materialsammlung  zusammengestellt.

Und auch Außenminister Steinmeier hat sich zu Tucholskys Geburtstag geäußert.

Advertisements

2 Gedanken zu “Presseschau zum 125. Geburtstag

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s