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Presseschau zum 80. Todestag

Kurt Tucholskys Lebensdaten bieten für kalenderorientierten Journalismus leider nur einen Rhythmus an, denn zwischen Geburts- und Todesjahr liegen 45 Jahre – ein zu würdigendes Jubiläum des Beginns seines Lebens geht daher immer mit einem ebensolchen für sein Ende einher. Da es ja mit jedem Jahr immer mehr zu würdigende Personen gibt, wird der knappe Platz dementsprechend wohl auch nur zu einem der beiden Jubiläen für Tucho reserviert. In diesem Jahr scheint das ganz eindeutig – sowohl angesichts der Pariser Ereignisse unmittelbar vorher als auch der hübscheren Zahl wegen nachvollziehbar – das Geburtsjahr zu sein.

[Exkurs: Für all jene, die sich sonst um Tuchos Erbe bemühen, haben seine Lebensdaten noch einen anderen Effekt: Es mag zwar so sein, dass nur aller 5 Jahre ein öffentlichkeitswirksames Jubiläumsjahr auftaucht, aber mit dem 9. Januar als Geburtstag und dem 21.12. als Todestag steht dafür ein Rahmen bereit, der das ganze Jahr umfasst. Und außerdem kommt dieses dafür sehr regelmäßig und nicht mal mit längeren oder kürzeren Abständen, das vereinfacht die Planungen erheblich. 😉 ]

Aber auch zum 80. Todestag gab es einige journalistische Beiträge. Soweit sie mir bekannt sind, werden sie hier dargeboten. Wie immer gilt freilich: Ergänzungen werden sehr gerne unter tucholsky125@gmail.com entgegengenommen.

Die junge Welt nimmt in ihrer Rubrik »Jubel der Woche« vom 23.12.2015 auch Bezug auf Tucholskys Todestag und gibt dabei einen Blick auf die verschiedenen Thesen zur Todesursache.

Ebenfalls in der jungen Welt, allerdings bereits am 19.12.2015, veröffentlichte Frank-Burkhard Habel einen bemerkenswerten Artikel aus Anlass des 80. Todestages, in dem er einen Blick auf die »Unsterblichkeit der ›Weltbühne‹­« wirft.

Unsterblichkeit attestiert denn Das Blättchen am 21.12.2015 im Beitrag von Wolfgang Brauer Unsterblichkeit vielleicht nicht Tucholsky selbst, sicher aber seinem Vermächtnis und schließt passend zum Thema »Unsterblichkeit der Weltbühne« mit den Worten:

Wir versprechen Ihnen: Die Ware, das Blättchen, wird weiter geliefert werden.

Im Freitag vom 22.12.2015 (Nr. 51/2015) schrieb Jürgen Busche unter dem Titel »Die Sprache ist eine Waffe« eine Erinnerung an Tucholsky, die wesentlich auf dessen Text »Mir fehlt ein Wort« Bezug nimmt (also, im Wesentlichen daraus besteht).

Einen umfangreichen Beitrag für die »Informationen am Morgen« am 21.12.2015 im Deutschlandfunk lieferte Björn Dake mit »Am Grab von Kurt Tucholsky« (abrufbar bis 28.6.16). Der Beitrag ist zudem beim NDR nachzulesen.

In der Allgemeinen Zeitung – Rhein Main Presse schrieb Lea Deusch am 21.12.2015 unter dem Titel »›Vertreter einer nicht vorhandenen Gattung‹« (ein Friedrich Sieburg-Zitat über Tucho) eine Würdigung von Werk und Leben Tucholskys.

Ulrich Schäfer blickte am 18.12.2015 in der Süddeutschen Zeitung auf eine eher ereignisarme Woche voraus. Außer dem 80. Todestag Tucholskys sei da nichts los, weshalb er einen mit Tucho-Zitaten gespickten prophetischen Blick aufs Jahr 2016 wagt.

Recht umfangreich würdigte der ORF 1 am 21.12.2015 Kurt Tucholsky – zum einem mit einem Feature von Barbara Zeithammer unter dem Titel »Das Leben ist gar nicht so. Es ist ganz anders«, das bereits am 05. Januar anlässlich des 125. Geburtstags ausgestrahlt wurde und im Anschluss daran mit einem Beitrag von Alfred Koch, der unter dem Titel »Klavierspiel nach dem Essen« eine musikalische Annäherung versuchte. Die Sendung kann noch bis zum 19. Januar per Download nachgehört werden. Allerdings offenbar nicht kostenfrei

Auf dem Blog trueten.de schrieb Torsten Trueten am 21.12.2015 einen eher persönlichen Beitrag zum 80. Todestag, in dem er neben einem kurzen Abriss von Tuchos Leben seinen eigenen Bezug zu Kurt Tucholsky nachvollzieht.

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Aktuelle Veranstaltungen zu Tucholsky

Dieser Beitrag wird nicht mehr aktualisiert. Die Kurt Tucholsky-Gesellschaft bietet einen übersichtlichen Veranstaltungskalender, auf den stattdessen verwiesen werden soll.

In diesem laufend aktualisierten Beitrag sei auf die mir zur Kenntnis gelangten Veranstaltungen verwiesen, die sich mit Kurt Tucholsky beschäftigen. Ergänzungen gerne an tucholsky125@gmail.com.
April
01. April 2016, 19:30 Uh, Darmstadt. West Side Theatre
»Mensch, Kurt!« wird eine Revue, die musikalisch, schauspielerisch, parodistisch und kabarettistisch hinter die Kulissen der heute gerne beschworenen Goldenen Zwanziger Jahre schaut, bis in die Dreißiger hinein, um dabei Kontinuitäten und Parallelen aufzudecken, etwa wenn Heute im vereinten Europa wieder der Ruf nach nationaler Identität laut wird, mit einem wiedererstarkenden Rechtspopulismus. „Mensch, Kurt!“ fängt auch die Stimmen von Zeitgenossen ein, und bringt uns auch den Menschen „Tucho“ nahe, und damit den Blick eines sensiblen Wesens auf sich selbst, auf die Menschen, denen er misstraute, die er liebte, an denen er scheiterte. Karten sind im Bereich von 6-25 € erhältlich. Vorverkauf und weitere Informationen beim West Side Theatre.

11. April 2016, 18 Uhr, München. Gasteig
Ulrieke Ruwisch spricht in ihrem Vortrag unter dem Titel »Kurt Tucholsky: »Sprache ist eine Waffe«. Ein Porträt« über die ungebrochene Aktualität Tucholskys. Eintritt: 7 €.

16. April 2016, 19:30 Uhr, Darmstadt. West Side Theatre
»Mensch, Kurt!« wird eine Revue, die musikalisch, schauspielerisch, parodistisch und kabarettistisch hinter die Kulissen der heute gerne beschworenen Goldenen Zwanziger Jahre schaut, bis in die Dreißiger hinein, um dabei Kontinuitäten und Parallelen aufzudecken, etwa wenn Heute im vereinten Europa wieder der Ruf nach nationaler Identität laut wird, mit einem wiedererstarkenden Rechtspopulismus. „Mensch, Kurt!“ fängt auch die Stimmen von Zeitgenossen ein, und bringt uns auch den Menschen „Tucho“ nahe, und damit den Blick eines sensiblen Wesens auf sich selbst, auf die Menschen, denen er misstraute, die er liebte, an denen er scheiterte. Karten sind im Bereich von 6-25 € erhältlich. Vorverkauf und weitere Informationen beim West Side Theatre.

22. April 2016, 19:30 Uhr, Darmstadt. West Side Theatre
»Mensch, Kurt!« wird eine Revue, die musikalisch, schauspielerisch, parodistisch und kabarettistisch hinter die Kulissen der heute gerne beschworenen Goldenen Zwanziger Jahre schaut, bis in die Dreißiger hinein, um dabei Kontinuitäten und Parallelen aufzudecken, etwa wenn Heute im vereinten Europa wieder der Ruf nach nationaler Identität laut wird, mit einem wiedererstarkenden Rechtspopulismus. „Mensch, Kurt!“ fängt auch die Stimmen von Zeitgenossen ein, und bringt uns auch den Menschen „Tucho“ nahe, und damit den Blick eines sensiblen Wesens auf sich selbst, auf die Menschen, denen er misstraute, die er liebte, an denen er scheiterte. Karten sind im Bereich von 6-25 € erhältlich. Vorverkauf und weitere Informationen beim West Side Theatre.

27. April 2016, 19:30 Uhr, Herne. Alte Druckerei
Dr. Ian King, erster Vorsitzender der Kurt Tucholsky-Gesellschaft, hält einen Vortrag zum Thema Kurt Tucholsky als Humorist. Der Eintritt beträgt 15 €, ermäßigt 8 €.

30. April 2016, 18 Uhr, Schloss Friedrichsfelde
Peter Siche und Klaus Schäfer wollen an diesem Abend auch zum Schmunzeln anregen und gehen locker, aber mit Tiefsinn und Tiefgang auf Spurensuche. In Liedern, Rezitationen und »Schnipseln«, wie Tucholsky seine Aphorismen zu nennen pflegte, vermitteln die beiden Künstler mit überzeugendem Darbietungsvermögen das damalige Lebensgefühl, den ironischen Witz Tucholskys, aber eben auch dessen Sorge um das drohende Aufkommen des Nationalsozialismus‘. Aber nicht nur der Satiriker und Kritiker Kurt Tucholsky kommt an diesem Abend zu Wort, sondern auch der Bonvivant und Schreiber von herrlichen Chansons für Varieté und Cabaret. Eintritt: 22,00 Euro – inkl. Begrüßungssekt.

Mai
06. Mai 2016, 19:30 Uhr, Dortmund. Roto Theater
Das Roto Theater Dortmund lädt am 06. Mai zum »Großen Tucholsky Abend« mit mit Barbara Kleyboldt und Rüdiger Trappmann ein. Karten und Infos beim Theater.

07. Mai 2016, 20 Uhr, Buxtehude. Kulturforum am Hafen.
Mit ihrem Programm »Weiberheld. Mit Tucholsky im Bett« machen Heike Feist und Stefan Plepp in Rostock-Warnemünde Station. Im Vordergrund steht Tucholsky und sein ambivalentes Verhältnis zu den Frauen seines Lebens. Weitere Informationen auf der Veranstaltungsseite.

11. Mai 2016, 19:30 Uhr, Hilden. Stadtbücherei.
Wortwitzige aphoristische Kurztexte und Gedichte von Kurt Tucholsky, verknüpft mit einer prägnanten Darstellung seiner Lebensstationen, präsentieren Jürgen Wilbert und Friedemann Spicker. Die Referenten sind Mitglieder im deutschen Aphorismus-Archiv Hattingen. Das musikalische Programm präsentiert der Hildener Gitarrist Luke Pan. Der Eintritt beträgt acht Euro (nur Abendkasse).

27. Mai 2016, 19:30 Uhr, Darmstadt. West Side Theatre
»Mensch, Kurt!« wird eine Revue, die musikalisch, schauspielerisch, parodistisch und kabarettistisch hinter die Kulissen der heute gerne beschworenen Goldenen Zwanziger Jahre schaut, bis in die Dreißiger hinein, um dabei Kontinuitäten und Parallelen aufzudecken, etwa wenn Heute im vereinten Europa wieder der Ruf nach nationaler Identität laut wird, mit einem wiedererstarkenden Rechtspopulismus. „Mensch, Kurt!“ fängt auch die Stimmen von Zeitgenossen ein, und bringt uns auch den Menschen „Tucho“ nahe, und damit den Blick eines sensiblen Wesens auf sich selbst, auf die Menschen, denen er misstraute, die er liebte, an denen er scheiterte. Karten sind im Bereich von 6-25 € erhältlich. Vorverkauf und weitere Informationen beim West Side Theatre.

Juni
17. Juni 2016, 19:30 Uhr, Darmstadt. West Side Theatre
»Mensch, Kurt!« wird eine Revue, die musikalisch, schauspielerisch, parodistisch und kabarettistisch hinter die Kulissen der heute gerne beschworenen Goldenen Zwanziger Jahre schaut, bis in die Dreißiger hinein, um dabei Kontinuitäten und Parallelen aufzudecken, etwa wenn Heute im vereinten Europa wieder der Ruf nach nationaler Identität laut wird, mit einem wiedererstarkenden Rechtspopulismus. „Mensch, Kurt!“ fängt auch die Stimmen von Zeitgenossen ein, und bringt uns auch den Menschen „Tucho“ nahe, und damit den Blick eines sensiblen Wesens auf sich selbst, auf die Menschen, denen er misstraute, die er liebte, an denen er scheiterte. Karten sind im Bereich von 6-25 € erhältlich. Vorverkauf und weitere Informationen beim West Side Theatre.

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Kurt Tucholsky: Großstadt-Weihnachten | Sätze & Schätze

»Großstadt-Weihnachten«, ein früher Tucholsky-Text, ist ein wundervolles Beispiel für zwei Aspekte:

a) Die Unbekümmertheit des jungen »Vorkriegs-Tucholsky«. So unbeschwert (siehe hierzu auch »Rheinsberg« als wahrscheinlich bekannteste Arbeit aus dieser Zeit) wird er nach dem Weltkrieg nie wieder schreiben. Da ist eine Leichtigkeit in diesem Text, eine geradezu jugendliche Verspieltheit, das kommt später nicht mehr [ja klar, wir werden alle älter, aber hier ist doch ein klarer Bruch, der wohl nur wenig mit der bloßen Anzahl an Jahren zu tun ha].

b) Tucholskys ungebrochene Aktualität. Da mag der eine oder andere Begriff etwas aus der Mode gekommen sein, aber ansonsten passt der Text noch immer perfekt. Die Frage hierbei ist nun: Ist Tucholsky ein unfassbar genialer Beobachter oder entwickeln wir uns nur einfach nicht weiter?

Darüber kann die geneigte Leserschaft ja nun über die Feiertage etwas grübeln, zuvor jedoch sei noch zur Lektüre des Textes drüben bei Sätze & Schätze geraten, wo er heute kalendarisch passend präsentiert wurde und damit den Anstoß zu meinen kruden Gedanken gab: Kurt Tucholsky: Großstadt-Weihnachten | Sätze & Schätze