Presseschau zum Tod von Lothar Kusche

Der Kurt-Tucholsky-Preisträger von 2007, Lothar Kusche, ist am 20. August 2016 im Alter von 87 Jahren gestorben.

Mit ihm verliert die Welt einen exzellenten, scharfsinnigen Satiriker, einen unbestechlichen Beobachter seiner Zeit.

Für die Kurt Tucholsky-Gesellschaft erinnert Ehrenmitglied und Sprecher der Jury des Kurt Tucholsky-Preises Dr. Wolfgang Helfritsch unter dem Titel »Kusche für immer« an ihn.

Nachrufe gab es in verschiedenen Medien, aufgrund seines Wirkungskreises allerdings vorrangig in solchen, die einen Bezug zu den ostdeutschen Bundesländern aufweisen:

In der jungen Welt erschien ein Nachruf von Frank-Burkhard Habel unter dem Titel »Der schwitzende Möbelträger«

Im Blättchen schrieb Fabian Ärmel (Felix Mantel war ein Pseudonym Kusches) einen Nachruf unter dem Titel »Bin ich denn Kusche?«.

Auch die Berliner Morgenpost vermeldete den Tod des Berliner Kabarettisten.

Mit »Die wiedervereinigten Kartoffelpuffer« ist die Würdigung in der Sächsischen Zeitung überschrieben.

Eine kurze Meldung erschien auf berlin.de, dem »offiziellen Hauptstadtportal«.

Ebenfalls wesentlich auf der dpa-Meldung beruht der Beitrag bei Spiegel online.

Nicht viel ausführlicher, aber immerhin auf seine Nachwendetätigkeit verweisend, ist die Meldung beim MDR.

Anke Westphal zeichnet für den Nachruf »Der Mann, der wusste, wo Zwergenland liegt« bei der Berliner Zeitung verantwortlich.

Leider hinter einer Bezahlschranke liegt der vielversprechend beginnende Nachruf »Der Zeitungs-Dichter« von Matthias Biskupek im Neuen Deutschland.

In der Community des Freitag nimmt Jan Chudak mit einem persönlich gehaltenen Nachruf unter dem Titel »Lothar Kusche – ein Großer ging« Abschied.

 

 

Advertisements

Presseschau zum 80. Todestag

Kurt Tucholskys Lebensdaten bieten für kalenderorientierten Journalismus leider nur einen Rhythmus an, denn zwischen Geburts- und Todesjahr liegen 45 Jahre – ein zu würdigendes Jubiläum des Beginns seines Lebens geht daher immer mit einem ebensolchen für sein Ende einher. Da es ja mit jedem Jahr immer mehr zu würdigende Personen gibt, wird der knappe Platz dementsprechend wohl auch nur zu einem der beiden Jubiläen für Tucho reserviert. In diesem Jahr scheint das ganz eindeutig – sowohl angesichts der Pariser Ereignisse unmittelbar vorher als auch der hübscheren Zahl wegen nachvollziehbar – das Geburtsjahr zu sein.

[Exkurs: Für all jene, die sich sonst um Tuchos Erbe bemühen, haben seine Lebensdaten noch einen anderen Effekt: Es mag zwar so sein, dass nur aller 5 Jahre ein öffentlichkeitswirksames Jubiläumsjahr auftaucht, aber mit dem 9. Januar als Geburtstag und dem 21.12. als Todestag steht dafür ein Rahmen bereit, der das ganze Jahr umfasst. Und außerdem kommt dieses dafür sehr regelmäßig und nicht mal mit längeren oder kürzeren Abständen, das vereinfacht die Planungen erheblich. 😉 ]

Aber auch zum 80. Todestag gab es einige journalistische Beiträge. Soweit sie mir bekannt sind, werden sie hier dargeboten. Wie immer gilt freilich: Ergänzungen werden sehr gerne unter tucholsky125@gmail.com entgegengenommen.

Die junge Welt nimmt in ihrer Rubrik »Jubel der Woche« vom 23.12.2015 auch Bezug auf Tucholskys Todestag und gibt dabei einen Blick auf die verschiedenen Thesen zur Todesursache.

Ebenfalls in der jungen Welt, allerdings bereits am 19.12.2015, veröffentlichte Frank-Burkhard Habel einen bemerkenswerten Artikel aus Anlass des 80. Todestages, in dem er einen Blick auf die »Unsterblichkeit der ›Weltbühne‹­« wirft.

Unsterblichkeit attestiert denn Das Blättchen am 21.12.2015 im Beitrag von Wolfgang Brauer Unsterblichkeit vielleicht nicht Tucholsky selbst, sicher aber seinem Vermächtnis und schließt passend zum Thema »Unsterblichkeit der Weltbühne« mit den Worten:

Wir versprechen Ihnen: Die Ware, das Blättchen, wird weiter geliefert werden.

Im Freitag vom 22.12.2015 (Nr. 51/2015) schrieb Jürgen Busche unter dem Titel »Die Sprache ist eine Waffe« eine Erinnerung an Tucholsky, die wesentlich auf dessen Text »Mir fehlt ein Wort« Bezug nimmt (also, im Wesentlichen daraus besteht).

Einen umfangreichen Beitrag für die »Informationen am Morgen« am 21.12.2015 im Deutschlandfunk lieferte Björn Dake mit »Am Grab von Kurt Tucholsky« (abrufbar bis 28.6.16). Der Beitrag ist zudem beim NDR nachzulesen.

In der Allgemeinen Zeitung – Rhein Main Presse schrieb Lea Deusch am 21.12.2015 unter dem Titel »›Vertreter einer nicht vorhandenen Gattung‹« (ein Friedrich Sieburg-Zitat über Tucho) eine Würdigung von Werk und Leben Tucholskys.

Ulrich Schäfer blickte am 18.12.2015 in der Süddeutschen Zeitung auf eine eher ereignisarme Woche voraus. Außer dem 80. Todestag Tucholskys sei da nichts los, weshalb er einen mit Tucho-Zitaten gespickten prophetischen Blick aufs Jahr 2016 wagt.

Recht umfangreich würdigte der ORF 1 am 21.12.2015 Kurt Tucholsky – zum einem mit einem Feature von Barbara Zeithammer unter dem Titel »Das Leben ist gar nicht so. Es ist ganz anders«, das bereits am 05. Januar anlässlich des 125. Geburtstags ausgestrahlt wurde und im Anschluss daran mit einem Beitrag von Alfred Koch, der unter dem Titel »Klavierspiel nach dem Essen« eine musikalische Annäherung versuchte. Die Sendung kann noch bis zum 19. Januar per Download nachgehört werden. Allerdings offenbar nicht kostenfrei

Auf dem Blog trueten.de schrieb Torsten Trueten am 21.12.2015 einen eher persönlichen Beitrag zum 80. Todestag, in dem er neben einem kurzen Abriss von Tuchos Leben seinen eigenen Bezug zu Kurt Tucholsky nachvollzieht.

Presseschau zum Tod von Volker Kühn

Volker Kühn war eine der ganz wichtigen Persönlichkeiten des deutschen Kabaretts. Nicht nur, weil er selbst wichtige und wesentliche Beiträge als Autor, Regisseur und Produzent geliefert hat, sondern auch, weil er ein intimer und exzellenter Kenner der Kabarettgeschichte war. Seine Leistungen für die Kabaretthistorie sind gar nicht hoch genug einzuschätzen.

Natürlich spielte Tucholsky in seinem Werk eine erhebliche Rolle, das allgemein populärste Ergebnis ist möglicherweise das Programm »Fisch sucht Angel oder: Die Dame im Bett hat immer Recht«, das mit Werner Plathe und Katharina Lange auf CD erschienen ist (und hier bei spotify gehört werden kann).

Ausgezeichnet wurde Kühn in den letzten Jahren mehrfach, so mit dem Bundesverdienstkreuz, einem Stern der Satire und im vorigen Jahr mit der Ehrenmitgliedschaft bei der Kurt Tucholsky-Gesellschaft. Bei dieser Gelegenheit erlebte ich ihn zum ersten Mal (und nun wohl offenkundig auch letzten Mal, eventuelle Jenseitserfahrungen einmal ausgenommen). Obwohl bereits deutlich von der Krankheit gezeichnet, versprühte er eine unbändige Lebensfreude, einen unbezähmbaren Witz und einen unbeugsamen Geist. Dieser ist nun von uns gegangen.

Die Kulturredaktionen verschiedener Medien haben sich mit Würdigungen geäußert, ein kleiner Überblick soll hier gegeben werden:

Beginnen möchte ich mit einer Ankündigung: Morgen, 23.09.2015 um 21:05 Uhr sendet Deutschlandradio Kultur eine einstündige Gedenksendung unter dem Titel »Kleinkunst? Was, um alles in der Welt, ist dann Großkunst?!«.
Diese Sendung sei hiermit mit Nachdruck empfohlen.

Deutschlandradio Kultur ging auch in den Kulturnachrichten vom Sonntag auf Kühns Tod ein.

Die dpa-Meldung wurde von der FAZ und dem Stern recht ausführlich wiedergegeben. Auch der Nachruf bei 3Sat stützt sich im Wesentlichen darauf. Sie bietet einen guten Überblick zu Leben und Werk.

Bei nachtkritik.de erschien eine etwas ausführlichere Würdigung.

Im Tagesspiegel hat Christian Schröder einen Nachruf unter dem Titel »Ich lache Tränen, heule Heiterkeit« geschrieben.

Bei der Frankfurter Rundschau zeichnet Judith von Sternburg für den Nachruf verantwortlich.

Bei der Berliner Zeitung betitelte Birgit Walter ihre Würdigung mit »Der Virtuose im Hinschauchruf«.

Nachtrag (25.10.2015):
Im Blättchen erschien unter dem Titel »Kleinkunst als Großkunst« ein Nachruf von Frank-Burkhard Habel.

Kleine Presseschau zum Tod von Fritz J. Raddatz

Für die Wahrnehmung Tucholskys in der Bundesrepublik ist die Rolle von Fritz J. Raddatz kaum zu unterschätzen – im Guten wie im Schlechten.

Der Tod des langjährigen Vorsitzenden der Kurt-Tucholsky-Stiftung Fritz J. Raddatz, der wohl mit einigem Recht als eine der prägendsten Intellektuellen der »alten« Bundesrepublik bezeichnet werden darf, hat erwartungsgemäß ein breites Presseecho hervorgerufen.

Hier folgt ein zwangsläufig unvollständiger Überblick – Ergänzungen werden gerne unter tucholsky125@gmail.com entgegen genommen.

Weiterlesen

Presseschau zum 125. Geburtstag

Der 125. Geburtstag Kurt Tucholskys am 09. Januar 2015 wurde in Presse, Funk und Netz überraschend ausgiebig begleitet. Von der ursprünglichen Idee, einen vollständigen Überblick zu geben, muss hier aus Kapazitätsgründen abgesehen werden. Nichtsdestotrotz werden Hinweise sehr gerne unter tucholsky125@gmail.com entgegengenommen.

Vorbemerkung: Da jeder Beitrag, dessen Redaktionsschluss nach dem 07. Januar lag, auf die Pariser Anschläge Bezug nimmt, verzichte ich darauf, bei jedem Beitrag darauf hinzuweisen. Der aktuelle Bezug war nicht nur naheliegend, ich halte ihn für unabdingbar. Wenn in Paris Satiriker ermordet werden, kann man wohl kaum Tucholsky würdigen und dies ignorieren.

Presse
Erstaunlich viele Beiträge sind hinter einer Paywall versteckt. Das ist schade, aber nunja, so ist es, damit fallen sie hier leider raus.

»Das Blättchen« eine 32seitige Sonderausgabe zu Tucholskys Geburtstag gestaltet. Dabei sind Beiträge u.a. von Fritz J. Raddatz, Georg Schramm sowie der Kurt Tucholsky-Preisträger Konstantin Wecker, Heribert Prantl und Daniela Dahn sowie zahlreiche weitere unbedingt lesenswerte Beiträge. Die Beiträge von Schramm, Wecker, Prantl und Dahn liegen sogar als Hörversion vor. Chapeau und vielen Dank!
>> zur Sonderausgabe.

Weiterlesen